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„Irgendwas mit Pferden“ – Wie ich zur Pferdefotografie kam

Da ich auf meinen Social Media Kanälen nun schön öfter mal gefragt wurde, wie es denn eigentlich dazu kam, dass ich angefangen habe Pferde zu fotografieren, dachte ich mir, ich könnte darüber doch einfach mal einen Blogpost schreiben und ein bisschen was aus meinem Leben erzählen.

Wie viele von euch mit Sicherheit wissen, bin ich seit einigen Jahren als Pferdefotografin unterwegs. Manche von euch wissen vielleicht sogar, wie es dazu kam – wie ich da irgendwie „reingeschlittert“ bin und sich alles zusammengefügt hat. Für alle, die es nicht wissen, hier die Kurzfassung, die gar nicht mal so kurz ist: dass meine Liebe für Island unbeschreiblich groß ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Seit ich mit 11 Jahren meine Isländerstute Jona bekommen habe, ist meine Faszination für die nordische Insel jedes Jahr gewachsen und irgendwie war es die logische Schlussfolgerung, gleich nach meinem Abi in einen Flieger zu steigen und nach Island zu ziehen um dort als Jungpferdebereiterin zu arbeiten.

Wie manche von euch auch wissen werden, lebe ich nun schon seit über 5 Jahren vegan. Und obwohl ich innerlich irgendwie verunsichert war, ob mir die Art des Pferdetrainings im rauen Norden zusagen würde, habe ich es gewagt – und bis heute keinen Tag bereut.
Allerdings habe ich auch nach einigen Wochen festgestellt, dass ich niemals hauptberuflich mit Pferden arbeiten möchte. Nicht, weil ich Pferde weniger liebe (gerade in Island habe ich so unfassbar wunderbare Pferde kennenlernen dürfen), sondern weil es nicht meiner Philosophie entspricht und weil es irgendwie… mehr geben muss. Ich bin politisch aktiv, ich interessiere mich für das Weltgeschehen, ich beschäftige mich seit langer Zeit mit Tierrechten und mittlerweile auch intensiv mit dem Thema Feminismus, mit Umweltschutz und allem was so dazu gehört. Und so sehr ich die Zeit da oben im Norden genossen habe, so sehr wusste ich auch, dass mein Job als Pferdetrainerin temporär sein würde. Ein Ausflug von den Sorgen in Deutschland sozusagen.
Dazu kam dann natürlich, dass ich mich mit der Art des Trainings nur schwer identifizieren konnte. Da war ich schlicht und ergreifend zu blauäugig. Obwohl es absolut logisch war, dass du nicht nur zwei bis drei Pferde am Tag trainieren und dann davon leben kannst, war es für mich ungewohnt, so viele Pferde hintereinander in einem gleichbleibenden Rhythmus aus der Box zu holen, zu putzen und satteln und anschließend zu trainieren, um sie nach 20 bis 30 Minuten wieder in die Box zu stellen und das nächste Pferd zu holen. Ich wollte Bodenarbeit machen, Vertrauensarbeit und mit den Pferden spazieren gehen. (Wir haben auch Bodenarbeit, Dressurarbeit und Doppellongenarbeit gemacht – so ist es nicht!)

Ich erinnere mich an einen Nachmittag, als mein Chef zu mir sagte, ich müsse lernen, dass Pferde in Island keine Haustiere sind. Meine Herangehensweise wäre zu deutsch. Damals hab ich genickt, aber so wirklich verstanden, was er damit meinte, habe ich erst viel später – ungefähr zu dem Zeitpunkt, als ich realisiert habe, wie recht er damit hatte.

Meine Erfahrungen als Pferdetrainerin haben mich sehr geprägt und ich bin unglaublich dankbar für alles was ich erleben, lernen und mitmachen durfte. Und trotzdem war für uns alle klar, dass ich nicht für immer dort bleiben würde. Dafür war meine Philosophie im Pferdetraining einfach zu unterschiedlich von der der Isländer.

Vielleicht war es Schicksal, dass ich in Island parallel zum Pferdetraining angefangen habe, Pferde zu fotografieren. Ich hatte zum Abi eine schicke Nikon D800 bekommen und versuchte so viel Zeit wie möglich hinter der Kamera zu verbringen. Ich habe angefangen, die Verkaufs- und Trainingspferde zu fotografieren, bin nach der Arbeit auf die Weiden und habe stundenlang da gesessen und die Pferde beobachtet – stets in Begleitung meiner Kamera. Ich habe den Réttir, den isländischen Schafsabtrieb, und Veranstaltungen fotografiert. Und immer und immer wieder, neben persönlichen Projekten, Selbstportraits, Landschaftsaufnahmen und Trainingsfotos fand ich mich auf den Weiden zwischen neugierigen weichen Nüstern und im kalten Wind wehenden Mähnen. Diese Momente in der Wildnis gehören bis heute zu den kostbarsten meines Lebens.

Was in Island begann, wurde nach meiner Rückkehr nach Deutschland fortgesetzt. Erste Kundenshootings in der Pferdefotografie folgten, mein damaliger Blog (Iceland Stories) erhielt schon während meiner Zeit in Island Aufmerksamkeit und ich fand viel Zuspruch. Mit 19 Jahren bin ich dann nach Köln gezogen und habe mein Gewerbe angemeldet. Tätigkeit: Pferdefotografie.

Auf diesen Blogpost wird noch ein zweiter Blogpost folgen, in dem ich aktuelle Gedanken zur Pferdefotografieszene, Zukunftspläne und -träume  und private Gedanken und Zweifel mit euch teilen möchte. Damit wird der nächste Blogpost nochmal deutlich privater als dieser hier.

Ich habe für euch mal ein paar Bilder aus meiner Zeit in Island als Pferdetrainerin rausgesucht. Die Bilder sind halbwegs in chronologischer Reihenfolge und mit Handys und verschiedenen Kameras aufgenommen 🙂 Sofern nicht anders unter dem Bild vermerkt, sind alle Bilder aus meinem ersten Islandaufenthalt aus dem Jahr 2014!

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ENDLICH.
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Erstes Handyfoto bei meinem ersten Ausritt in Island.

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Was würde ich für dieses Ausreitgelände in Deutschland geben.

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Eines meiner absoluten Lieblingsfotos von mir selbst. Das bin ich. Zu 100%.

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Meine Trainingsstrecke

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Jungpferdearbeit

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Réttir 2014

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Kuschelstunde im Stall.

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Diese wunderschöne Frau neben mir sollte euch ja mittlerweile bekannt vorkommen – auch ohne Dreads 😉 Übrigens das erste Mal, dass ich wirklich Zeit mit Tabea verbracht habe – und das dann ausgerechnet in Island, nachdem ich sie spontan zu mir eingeladen hatte 😀
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Ljósi minn

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Die schönsten Sonnuntergänge gibt es definitiv in Island.
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Insider Tipp für alle, die Zeit in Reyjavík verbringen: Das Phallusmuseum ist weltweit das einzige seiner Art und seine umgerechnet 8€ Eintritt absolut wert. Auf dem Foto: le me and le Pottwalpenis.
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Erste Rückkehr nach Island im Oktober 2015 mit meinem Liebsten. Und klaro, erstmal Pferde kuscheln.
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Eines meiner absoluten Lieblingsbilder – Copyright Vincent S. (2015)
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Ganz viel Liebe an diese intimen Momente mit den Pferden. (2015)

Habt ihr Fragen, Anmerkungen, Feedback? Vielleicht eure eigenen Stories, wie ihr zu dem gekommen seid, was ihr heute macht – auch wenn es keine Pferdefotografie ist? 😉 Ich freue mich auf eure Kommentare! ❤

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Wiedervereinigung mit meinem Lieblingspferd aus dem Jahr 2014 (2016)
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2 Gedanken zu „„Irgendwas mit Pferden“ – Wie ich zur Pferdefotografie kam“

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